Zu arm für eine billige Lösung?

Burkhard Schüler, Zahntechnikermeister
und Mitglied der
Zahntechniker-InnungDüsseldorf, über
Zahnersatz aus China im Vergleich zu
deutscher Wertarbeit in Patientenmund.
Herr Schüler:
Billiger Zahnersatz aus China,
Zahnärzte, die ihren Patienten mit
CAD/CAM-Computern Kronen fräsen –
Zahntechniker haben es nicht leicht in
diesen Tagen, oder?
Wer nur eine möglichst billige Lösung
sucht, ohne Wert auf gesicherte und
typgerechte Ästhetik zu legen, ist in
diesem Segment gut aufgehoben. Aber
dieses Segment ist klein – und wird
kleiner.
Woran liegt's?
Die Leute sind zu arm für billige
Lösungen. Und mit Zähnen macht man
ungern Experimente - man
hat nur die einen... Der in der
Vergangenheit vor Ort gefertigte
Zahnersatz wurde in aller Regel erst
nach 25 bis 40 Jahren erneuert. Ich
kenne kein Wirtschaftsgut, das bei so
starker Beanspruchung
nur annähernd so lange hält. Der Beweis,
dass dies auch dezentral gefertigter
Zahnersatz leistet, steht in den
Sternen. Als 2005 das
Festzuschuss-System kam, haben viele
probiert, im Ausland günstigeren
Zahnersatz zu bekommen. Aber die meisten
sind schnell wieder zurückgekommen,
weil sie gemerkt haben, dass sich die
vielleicht 100 Euro, die man bei einer
Krone spart, nicht
lohnen. Im Gegenteil: Seit 2005 haben
sich, so teilte die Innung mit, die
Patientenanfragen an Zahnlabore, wo sie
den besten Zahnarzt und damit
uneingeschränkt verbunden besten
Zahnersatz
für ihr Geld bekommen können,
vervierfacht - und das ist
offensichtlich ein Weg.
Also sollte man
nicht nur den Zahnarzt aufsuchen,
sondern auch den Zahntechniker?
Für die Ästhetik ist das ganz
entscheident. Der persönliche Kontakt,
der optische Eindruck, ist
durch nichts zu ersetzen. Die Arbeiten
der Zahntechniker werden nach einem
kurzen Termin um Klassen besser, und
diese Qualität bleibt für die gesamte
Lebensdauer des Zahnersatzes erhalten.
Sie plädieren
für eine klare Aufgabenverteilung ...
Im Idealfall arbeiten Zahnarzt, Patient
und Zahntechniker Hand in Hand - der
Arzt kümmert sich um die medizinischen
Aspekte der Versorgung, der
Zahntechniker um Material, Technik, in
Teilen Planung und die Ästhetik.
Gemeinsamkeit macht stark! Fünf bis zehn
Prozent aller Arbeiten
schlagen im ersten Gang fehl und müssten
durch den Besuch des Patienten im
Zahnlabor oder
einen gemeinsamen Besprechungstermin in
der Zahnarztpraxis nicht in eine zweite
Runde. Hier könnte man viel Zeit und
Geld des Patienten einsparen.
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